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„KAFFEE FÜR… MAX?!“

Kaffee

Kaffee

10:30 Uhr, Berlin Hauptbahnhof: Ich bin wieder einmal viel zu früh dran – mein Zug kommt erst in gefühlt zwei Tagen und meine Augenlider flüstern in meine Ohren, dass ein Kaffee gerade wirklich nett wäre. Ich gebe klein bei und spaziere langsam Richtung Starbucks – auch wenn ich kein großer Fan der Kette bin, schmeckt der Kaffee hier doch noch besser als bei der ganzen anderen Bahnhofskonkurrenz.

Ich bezahle artig meinen Grande Latte Macchiato und werfe das Restgeld in die Tringeldbox. Mit Becher und Edding in der Hand steht der Mitarbeiter vor mir und fragt mich, was denn mein Name sei. „Max„, antworte ich. Peinliches Schweigen. Komische Blicke. Ich kann in seinen Augen sehen, dass bei dem deutschen Namen und meinem ganz und gar nicht deutschen Erscheinungsbild eine dicke Fehlermeldung durch seinen Kopf geht. Genial.

Wie es dazu kam? Nun ja, das Ganze fing auf Hawai’i an: Ich war damals nachweislich ziemlich oft in Restaurants essen und wer schon einmal in beliebten amerikanischen Restaurants war, weiß, dass man bei Wartezeiten einen schönen Buzzer in die Hand bekam. War dann der gewünschte Tisch frei, fing das Ding an, Alarm zu schlagen – unangenehm irritierendes Gefühl, wenn die Vibration in der Hose losging. Ah und was man natürlich auch machen musste, war, den Namen zu hinterlassen. Das war der Knackpunkt: Kein einziges Mal kam auch nur irgend jemand auf meinen Namen klar – weder voller Name noch Spitzname. Ich hatte die wildesten Auswüchse meines Namens gehört und gelesen.

Dann irgendwann: der Wendepunkt in meinem Leben. Als ich mit einer Freundin vor der Cheesecake Factory auf unseren Sitzplatz wartete, kam mir ein Mann mittleren Alters entgegen. Der Kerl meinte, dass sein Platz in fünf Minuten fertig sei (wir mussten noch 30 Minuten warten) und er aber los müsse. Es war klar: Wir durften seinen Platz übernehmen. Top! Als wir uns dann bedankten und verabschiedeten, fiel mir noch ein:

Hey! What’s your name by the way?

It’s Max.

Schlagartig wurde mein Leben so viel einfacher – warum fiel mir der Scheiß denn nicht eigentlich früher ein? Von nun an war ich überall und für jeden Max, Max, Max: ob Starbucks, Restaurant, Hotlines, schieß mich tot. Mittlerweile gibt es zwar keine tausend Nachfragen mehr (jeder Idiot weiß, wie Max geschrieben wird), dafür stets ungläubische und verwirrte Blicke. Wenn ich bei Starbucks auf meinen Kaffee warte und mir der Barista meinen Kaffee in die Hand drückt, folgt die Frage, ob ich wirklich Max heiße. „Nein„, sage ich, „ich heiße Günther.“