Personal

WARUM INTERNET-WERBUNG SO WICHTIG IST

popups

popups

Als ich heute mein täglich obligatorisches Monitoring für die Arbeit machte, stieß ich auf ein nettes Gerät, welches nichts anderes tut, als jegliche Werbung aus dem Internet-Gebrauch zu verbannen – selbst Werbungen auf Video-Plattformen würden deaktiviert und das Internet wäre ein einziger, werbefreier Platz.

Herrlich. Ein Internet ohne Werbung! Nie wieder nervige Auto-Commercials vor den geliebten Katzenvideos auf Youtube. Nie wieder nervige Werbebanner beim Durchstöbern von Nachrichten. Nie wieder Kaufempfehlungen für Viagra auf „Erwachsenen“-Seiten. Ein Traum.

Doch so einfach ist das leider nicht, denn so haben eure Lieblingsseiten im Netz nicht umsonst irgendwelche Werbebanner eingebaut, sondern verfolgen damit ein bestimmtes Ziel: eine angemessene Entlohnung. Wir beziehen tagtäglich unsere Nachrichten aus kostenfreien News-Portalen, unsere Mode-Tipps von Fashion-Blogs und jeden nur erdenklichen Schwachsinn aus Quellen, die uns nichts als allenfalls einen Klick für das Schließen der Werbung kosten. Ist das so schlimm?

Ganz und gar nicht. Wir erachten die kostenlosen Premium-Inhalte im Internet als so selbstverständlich, dass wir uns empören, wenn wir gebeten werden, ein wenig Werbung zu ertragen. Meist ist diese Werbung sogar zugeschnitten und in irgendeiner Art und Weise relevant. Selten werden wir es erlebt haben, Rasenmäher-Werbung bei Schmink-Tutorials zu entdecken und dementsprechend ist es völlig okay, dass wir vor der neuesten Ausgabe eines Auto-Magazins eine Werbung von BMW oder Audi präsentiert bekommen. Klar, das mag jetzt Datenschützer auf die Barrikaden treiben, aber wir geben unser gesamtes Leben auf Facebook, Instagram und sonst wo preis, ärgern uns dann aber über personalisierte Werbung. Lächerlich.

Doch zurück zu dem Thema Entlohnung: Stellt euch eure Lieblingsblogs vor. Ein wortgewandter MC, der durch die Weltgeschichte reist. Ein Portal für allen Wahn- und Unsinn des Internets. Ein Sneaker-Fanatiker, der seine Leidenschaft mit Tausenden teilt. Viele dieser Internet-Persönlichkeiten wären ohne die passende Werbung und den daraus resultierenden Einnahmen nicht in der Lage, den von uns gewohnten Content zu erbringen – alles würde wieder auf das Level eines unregelmäßigen Hobbys schrumpfen. Ist es das, was wir wollen?

Nein. Deshalb sind Geräte, Applikationen, Add-Ons oder weiß der Geier was, die das Einblenden von Werbung verhindern, nichts anderes als das Grab, das sich die Fans selbst schaufeln. Mit diesen Mitteln beraubt ihr die Plattformen, die ihr so sehr liebt, ihrer größten Existenzberechtigung.

Versteht mich nicht falsch: Selbstverständlich gibt es eine Grenze zwischen dezenter, akzeptabler und unangenehm penetranter Werbung. Auch ich bin das eine oder andere Mal von Werbung entnervt – aber wenn das der Preis für den Inhalt ist, auf den ich Tag für Tag setze, zahle ich ihn. Gerne.